Was soll der Katalog leisten?
Verkaufen, ein Sortiment erklären, Beratung unterstützen oder eine Marke inszenieren? Das Ziel bestimmt Informationsdichte, Dramaturgie und Form.
Print, Katalog & Editorial
Ein Katalogprojekt wird teuer und langsam, wenn Struktur, Inhalte und Produktion erst während der Gestaltung geklärt werden. Wer vor dem ersten Layout einige Entscheidungen sauber trifft, bekommt bessere Offerten, weniger Korrekturschleifen und ein belastbareres Ergebnis.
Ein gutes Katalogbriefing klärt acht Punkte: Ziel, Zielgruppe, Produkt- und Inhaltsumfang, Quellen für Daten und Texte, vorhandenes oder neu zu produzierendes Bildmaterial, Sprachen, Format und Druckanforderungen sowie Termin und Freigaben.
Diese Entscheidungen müssen nicht bis ins Detail abgeschlossen sein. Sie müssen aber so weit stehen, dass Umfang, Zuständigkeiten und Produktionsweg erkennbar werden. Erst dann lassen sich Gestaltung, Redaktion, Bildproduktion und Druck seriös einschätzen.
Verkaufen, ein Sortiment erklären, Beratung unterstützen oder eine Marke inszenieren? Das Ziel bestimmt Informationsdichte, Dramaturgie und Form.
Vertrieb, Fachpublikum, Handel oder Endkundschaft suchen anders. Zielgruppe und Nutzungssituation entscheiden über Navigation, Sprache und Detailtiefe.
Sortiment, Kapitel, Prioritäten und Ausnahmen gehören vor dem Layout in eine belastbare Inhaltsstruktur.
PIM, Excel, bestehende Dokumente oder mehrere Verantwortliche: Die Quelle und ihre Qualität bestimmen Aufbereitung und Korrekturaufwand.
Freisteller, Anwendungsszenen und redaktionelle Bilder werden inventarisiert. Fehlende Motive brauchen ein Bildkonzept, Produktion und Freigabe.
Sprachen, regionale Sortimente und Übersetzungsverantwortung beeinflussen Raster, Textlängen, Korrekturen und Produktionslogik.
Format, Umfang, Papier, Bindung, Versand und Einsatzort bestimmen, was gestalterisch und produktionstechnisch sinnvoll ist.
Eine klare Freigabestelle, konsolidierte Rückmeldungen und realistische Termine verhindern widersprüchliche Korrekturen.
Was soll der Katalog im Verkauf oder in der Kommunikation leisten?
Ungefähre Seitenzahl oder Produktzahl und wichtigste Kapitel.
Welche Daten und Texte bestehen, in welcher Form und Qualität?
Was ist vorhanden, was muss ausgewählt, bearbeitet oder produziert werden?
Welche Sprach- oder Marktversionen sind vorgesehen?
Wann muss der Katalog eingesetzt werden, und welche Freigaben liegen davor?
Die Seitenzahl allein sagt wenig aus. Achtzig ähnlich aufgebaute Produktseiten können planbarer sein als zwanzig Seiten mit stark unterschiedlichen Inhalten. Entscheidend sind Heterogenität, Tabellen und Spezifikationen, Produktvarianten, Bildbearbeitung, Datenqualität und die Zahl der Sprachversionen.
Hinzu kommen die Organisation des Projekts und die Produktion: Wie viele Personen geben Inhalte frei? Werden Rückmeldungen gebündelt? Sind Druck, Veredelung oder besondere Bindungen vorgesehen? Je später diese Fragen auftauchen, desto häufiger müssen bereits aufgebaute Seiten erneut angefasst werden. Eine pauschale CHF-Spanne ohne diese Grundlagen wäre nicht belastbar.
Die beste Aufteilung folgt der Verantwortung für Inhalt und Umsetzung, nicht einer starren Grenze.
Ein Katalog besteht nicht aus achtzig einzeln gestalteten Seiten. Er braucht ein System aus Raster, Hierarchie, Seitentypen, Inhaltsmodulen, Tabellenlogik, Bildrhythmus, Kapiteln und Paginierung. Dieses System macht unterschiedliche Inhalte vergleichbar und hält spätere Änderungen kontrollierbar.
Die Kataloggestaltung als Informations- und Produktionssystem beginnt deshalb mit repräsentativen Musterseiten: dichte und leichte Seiten, Kapitelauftakt, Produktdetail, Tabelle und Abschluss. Erst wenn diese Fälle tragen, wird der gesamte Umfang gesetzt. Bei grossen Sortimenten vertieft die Seite Produkt- und Verkaufskataloge die Daten- und Variantenlogik.
Format, Papier, Bindung und Seitenumfang hängen zusammen. Sie beeinflussen Raster, Rückenstärke, Bogenteilung und Gewicht. Beschnitt und Anschnitt bestimmen die technische Anlage; Veredelungen benötigen oft eigene Daten und zusätzliche Produktionsschritte.
Soll der Katalog verschickt oder verteilt werden, gehören Gewicht, Verpackung und Logistik ebenfalls in die frühe Planung. Die Begleitung der Printproduktion verhindert, dass ein fertiges Layout später wegen Papier, Bindung oder Versand neu gedacht werden muss.
Reale Editorial-Arbeiten
Zwei bestehende Arbeiten zeigen, wie inhaltsreiche Verkaufsmedien über Dramaturgie, Seitensystem und Produktion zusammengehalten werden.

Betty Bossi · Weihnachtskampagne

Betty Bossi · Hallo Betty
Wenn Ziel, Inhaltsstruktur, Datenquellen, Bildstatus, Sprachen und ein realistischer Produktionsrahmen geklärt sind. Einzelne Inhalte dürfen noch offen sein, ihr Umfang und ihre Verantwortung jedoch nicht.
Nein. Für das Layoutsystem braucht es aber repräsentative reale Inhalte, darunter die längsten Texte, dichtesten Tabellen und schwierigsten Bildsituationen.
Das kann intern oder durch das Atelier erfolgen. Entscheidend ist, dass Format, Papier, Bindung und Termine vor der finalen Gestaltung abgestimmt sind.
Katalogprojekt geplant?
Wenn Produktzahl, vorhandene Inhalte und Termin ungefähr feststehen, können wir den sinnvollen Seiten- und Produktionsaufbau gemeinsam einordnen.