Sortimentslogik
Die Gliederung des Angebots in Kapitel, Gruppen und Untergruppen entlang des tatsächlichen Such- und Kaufverhaltens, nicht entlang interner Lager- oder Lieferantenstrukturen.
Print, Katalog & Verpackung
Ein Katalog ist kein schönes Nachschlagewerk, sondern ein Verkaufs- und Beratungsinstrument: Er muss Sortiment erklären, Vergleich ermöglichen und im Aussendienst wie im Selbstbedienungsverkauf funktionieren, ganz ohne erklärende Person daneben. Vitali & Co. entwickelt dafür die gesamte Anlage – von der Informationsarchitektur über Raster, Typografie und Bildstandards bis zu Sprachversionen, Papierwahl und Druckabnahme – und begleitet Nachauflagen über Jahre.
Ein Katalog wird nicht gelesen, er wird durchsucht.
Am Anfang steht die Frage, wie das Sortiment gedacht ist: nach Produktgruppe, nach Anwendungsfall, nach Zielgruppe oder nach Preislage. Diese Sortimentslogik ist keine interne Lagerordnung, sondern muss der Suchlogik der Person entsprechen, die den Katalog in der Hand hält – ob im Verkaufsgespräch, an der Messe oder allein am Küchentisch.
Aus der Sortimentslogik entsteht die Kapitelstruktur: die Reihenfolge der Warengruppen, die Tiefe der Untergliederung und die Frage, ob Einstiegsprodukte, Systemlösungen oder Einzelartikel den jeweiligen Kapitelanfang bilden. Wir prüfen diese Gliederung gemeinsam mit Produktmanagement und Vertrieb, weil beide Seiten unterschiedliche, oft widersprüchliche Blickwinkel auf dasselbe Sortiment mitbringen – und diese Widersprüche vor dem Layout aufgelöst werden müssen, nicht während der Reinzeichnung.
Die Gliederung des Angebots in Kapitel, Gruppen und Untergruppen entlang des tatsächlichen Such- und Kaufverhaltens, nicht entlang interner Lager- oder Lieferantenstrukturen.
Ein Spalten- und Modulsystem, das Bild, Titel, Fliesstext, technische Daten und Preis auf jedem Seitentyp gleich positioniert, damit sich niemand von Kapitel zu Kapitel neu orientieren muss.
Der geplante Wechsel zwischen bildstarken Kapitelanfängen, dichten Übersichtsseiten und ausführlichen Produktdetailseiten, der einem mehrhundertseitigen Katalog Tempo gibt.
Laufende Kopfzeilen, Griffregister oder Farbleitsysteme, die auch im Papierkatalog ohne Suchfunktion sofort zeigen, in welchem Kapitel man blättert.
Wiederkehrende Piktogramme und ein festes Tabellenraster, die technische Eigenschaften über hunderte Artikel hinweg vergleichbar machen.
Das Masterraster legt Satzspiegel, Spaltenzahl und Modulbreiten einmal fest, und diese Entscheidung trägt danach jede Produktseite. Ein tragfähiges Raster unterscheidet zwischen Fixpunkten, die nie verändert werden – etwa die Position der Artikelnummer oder des Preises –, und Freiräumen, in denen ein Produkt mehr oder weniger Fläche erhält, je nach Bedeutung im Sortiment.
Auf der einzelnen Seite konkurrieren Produkttitel, Fliesstext, technische Angaben und Preis um Aufmerksamkeit. Eine klare Lesehierarchie mit wenigen, konsequent eingesetzten Schriftgrössen sorgt dafür, dass jede Information sofort als das erkennbar ist, was sie ist, auch bei schnellem Durchblättern und auch dann, wenn der Blick nur für Sekunden auf der Seite verweilt.
Beide Seitentypen erfüllen unterschiedliche Aufgaben im selben Katalog und verlangen andere Gestaltungsentscheide.
Technische Daten müssen vollständig und in Sekunden erfassbar zugleich sein. Wir entwickeln Tabellenraster mit festen Spaltenbreiten, konsistenten Einheiten und ausreichend Zeilenabstand, damit dichte Datenblöcke lesbar bleiben, statt wie ein technisches Datenblatt zu wirken, das sich fremd in den Katalog einfügt.
Icons übersetzen wiederkehrende Eigenschaften – Materialart, Einsatzbereich, Zertifizierung – in Zeichen, die schneller erfasst werden als Fliesstext. Ein solches System muss über das gesamte Sortiment und über Jahre hinweg konsistent bleiben, deshalb entwickeln wir es als eigenständiges, dokumentiertes Modul, nicht als Ad-hoc-Lösung für eine einzelne Ausgabe.
Bei grossen Sortimenten entscheidet weniger die einzelne Aufnahme als der einheitliche Bildstandard über den Gesamteindruck: gleicher Bildausschnitt, gleiche Perspektive, gleicher Hintergrund innerhalb vergleichbarer Artikelgruppen. Nur so wirkt ein Katalog aus einem Guss, selbst wenn die Bilder über Jahre und aus unterschiedlichen Quellen zusammengekommen sind.
Für die Vereinheitlichung von Freistellern, Hintergründen und Farbvarianten setzen wir gezielt KI-gestützte Bildentwicklung ein, wo sie Aufwand reduziert, ohne die Produktwahrheit zu verzerren. Auswahl, Bildregie und die Freigabe, ob ein Bild ein Produkt korrekt zeigt, bleiben in jedem Fall eine redaktionelle Entscheidung.

Kataloge für den Schweizer Markt entstehen häufig gleichzeitig in Deutsch, Französisch und Italienisch, teils mit abweichenden Sortimenten oder Preisen je Sprachregion. Das Masterraster muss deshalb so angelegt sein, dass unterschiedliche Textlängen – Französisch ist oft deutlich länger als Deutsch – aufgenommen werden, ohne dass für jede Sprache ein eigenes Layout entsteht.
Wir definieren dazu klare Layoutregeln und Platzhalterlogik für Titel, Fliesstext und technische Bezeichnungen, sodass sich Sprachversionen aus derselben Gestaltungsbasis ableiten lassen. Bei der Bogenplanung wird zusätzlich entschieden, ob Sprachen in gemeinsamen Ausgaben nebeneinander laufen oder als vollständig separate Drucke produziert werden, was Umfang und Kosten unmittelbar beeinflusst.
Der Seitenumfang eines Katalogs ist keine nachträgliche Anpassung, sondern eine frühe Entscheidung: Seiten werden in Bogen gedruckt, und wie diese Bogen aufgeteilt werden, hängt von Druckverfahren, Format, Maschine, Bindung und Druckerei ab. Wir klären die möglichen Umfangsstufen deshalb früh mit der Produktion, damit keine Leerseiten oder ungünstigen Umbrüche zwischen Kapiteln entstehen.
Papierwahl und Volumen bestimmen zusammen mit dem Umfang die Rückenstärke und damit, ob eine Bindung überhaupt möglich ist – ein zu dünnes Papier bei hohem Umfang ergibt einen instabilen Rücken, ein zu voluminöses Papier kann die geplante Bindeform sprengen. Diese Rechnung stellen wir vor der Reinzeichnung auf, nicht erst beim Andruck, wenn Korrekturen teuer werden.
Rückstichheftung für dünnere Kataloge, Klebe- oder Fadenheftung für umfangreiche Ausgaben mit häufiger Nutzung; die Wahl folgt aus Umfang und Beanspruchung, nicht aus Gewohnheit.
Ein farbverbindlicher Proof vor dem Andruck zeigt, wie Bilder und Sonderfarben im gewählten Druckverfahren tatsächlich wirken, und dient als Referenz für die spätere Abnahme.
ICC-Profile für das gewählte Druckverfahren, konsistente Sonderfarbdefinition für Markenfarben, damit dieselbe Farbe über hunderte Seiten und mehrere Druckdurchgänge gleich erscheint.
Repräsentative, kritische Seiten – dichte Farbflächen, Hauttöne, Markenfarbe – werden am Andruck geprüft, bevor die gesamte Auflage läuft.
Die meisten Kataloge erscheinen nicht einmalig, sondern jährlich oder saisonal in neuer Auflage. Das verlangt eine Dateistruktur, in der sich einzelne Kapitel unabhängig aktualisieren lassen, sowie einen klaren Prozess für Nachauflagen: welche Änderungen einfliessen, wie auslaufende Artikel gekennzeichnet werden und wie Artikelnummern über Ausgaben hinweg konsistent bleiben.
Manche Unternehmen kombinieren den Verkaufskatalog mit redaktionellen Elementen – kurzen Anwendungsreportagen, Neuheiten-Seiten, Hintergrundtexten – und nähern sich damit einem hybriden Format an, das dem Kundenmagazin verwandt ist. Anders als beim Kundenmagazin bleibt hier aber die Verkaufsfunktion des Sortiments das ordnende Prinzip, redaktionelle Inhalte ergänzen die Kapitelstruktur, ersetzen sie aber nicht.
Alle Produktdaten, Bilder und Texte auf Vollständigkeit und Konsistenz prüfen, bevor die Reinzeichnung beginnt.
Seiten in Druckqualität ausarbeiten, Bildauflösung, Beschnitt und Anschnitt korrekt anlegen.
Farbverbindlichen Proof erstellen, ICC-Profile und Sonderfarben für das Druckverfahren festlegen.
Repräsentative Seiten am Andruck prüfen, bevor die gesamte Auflage produziert wird.
Papierqualität, Bindeverfahren und allfällige Veredelung passend zu Umfang, Volumen und Einsatzzweck festlegen.
Prozess für Nachauflagen, Preisanpassungen und auslaufende Artikel dokumentieren, damit spätere Ausgaben ohne Neuaufbau entstehen.
Beispiel
Ein umfangreiches Sortiment soll in Deutsch, Französisch und Italienisch erscheinen, gegliedert nach Anwendungsbereichen statt nach Lieferantenmarken. Die Sortimentslogik ordnet das Angebot in Kapitel mit Übersichtsseiten am Kapitelanfang und Detailseiten für die wichtigsten Produkte; das Masterraster nimmt die unterschiedlichen Textlängen der drei Sprachen ohne Layoutwechsel auf.
Ein Icon-System kennzeichnet Materialart und Einsatzbereich, ein Tabellenraster fasst technische Daten kompakt zusammen. Umfang und Bogenteilung werden so geplant, dass alle drei Sprachversionen im selben Bindeverfahren produziert werden können.
Ein Katalog wird durchsucht, nicht linear gelesen. Die Gestaltung optimiert deshalb Vergleichbarkeit, Register und Tabellenlogik, während Editorial Design eine Leserführung durch längere, redaktionelle Texte entwickelt.
Sobald wiederkehrende Eigenschaften – Material, Einsatzbereich, Zertifizierung – über viele Artikelgruppen hinweg auftreten. Bei kleinen Sortimenten reicht oft eine knappe Textangabe.
Über ein Masterraster mit definierten Platzhalterlogiken für Textlängen und über klare Regeln, welche Elemente je Sprache fix bleiben und welche sich anpassen.
Aus Papierstärke, Volumen und Gesamtseitenzahl. Diese Rechnung erfolgt vor der Reinzeichnung, damit Bindeform und Umschlagmasse von Anfang an stimmen.
Sie werden nach einem vorab definierten Prozess gekennzeichnet, reduziert oder entfernt, ohne dass Register, Kapitelstruktur oder Artikelnummern der übrigen Ausgabe gestört werden.
Nächster Schritt
Wir besprechen Ausgangslage, Ziele und Produktionsweg – und entwickeln daraus ein klares Vorgehen. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.