Imagebroschüre
- Vermittelt Haltung, nicht Merkmale
- Wenig Text, grossflächige Bilder
- Hoher Weissraumanteil
- Wirkt über Stimmung, nicht über Daten
Print, Katalog & Verpackung
Eine Broschüre wird nicht am Bildschirm gescrollt, sondern Doppelseite für Doppelseite durchblättert – das entscheidet über Dramaturgie, Umfang und Bindung von der ersten Stunde an. Vitali & Co. gestaltet Image-, Produkt- und Themenbroschüren in unterschiedlichem Umfang, von der schlanken Kurzbroschüre bis zur umfangreichen Publikation, mit klarem Einstieg, geplanter Textmenge je Doppelseite und einem Abschluss, der zum nächsten Schritt führt.
Eine Broschüre hat ein Ende, das man erreichen soll. Gute Leserführung sorgt dafür, dass man dorthin auch gerne blättert.
Eine Imagebroschüre vermittelt Haltung: Sie braucht grosszügigen Weissraum, wenig Text und Bilder, die eine Stimmung tragen statt Details zu erklären. Eine Produktbroschüre erklärt Nutzen und technische Eigenschaften eines Produkts oder einer Linie, deshalb beginnt sie mit der Nutzenargumentation und ordnet Kennzahlen erst danach ein – wer mit der Merkmalsliste startet, verliert Leserinnen, die das Produkt noch nicht kennen.
Eine Themenbroschüre erklärt einen Sachverhalt oder ein Vorgehen unabhängig von einem einzelnen Produkt, näher an einer kurzen Reportage als an einem Verkaufsdokument. Alle drei Typen teilen dieselbe Produktionslogik – Umfang, Bindung, Raster –, verlangen aber unterschiedliche Verhältnisse von Bild zu Text und unterschiedliche Einstiege.
Beide Typen kommen häufig vor, folgen aber einer entgegengesetzten Logik.
Der Umfang ist keine spätere Feinjustierung, sondern eine der ersten Entscheidungen, weil er die sinnvolle Bindeform mitbestimmt. Welche Bindung geeignet ist, hängt von Umfang, Papier und Grammatur, Format, gewünschtem Öffnungsverhalten, Nutzung und Produktionsweg ab und wird früh mit der Druckerei geklärt. Jede Bindeform verlangt passende Umfänge und eine darauf abgestimmte Seitenplanung.
Wir klären deshalb zu Beginn mit dem Kunden den ungefähren Textumfang je Thema und leiten daraus eine passende Seitenzahl ab, statt Inhalte nachträglich in einen vorgegebenen Umfang zu pressen oder Leerseiten zu produzieren.
Für dünnere Broschüren, wirtschaftlich in der Produktion, schlägt flach auf. Der mögliche Umfang hängt von Papier und Format ab.
Für umfangreichere Broschüren, ergibt einen geraden Rücken, verlangt etwas mehr Bundzugabe im Layout.
Höchste Wertigkeit und Haltbarkeit, für repräsentative Broschüren mit grösserem Umfang oder häufiger Nutzung.
Meist stärkeres oder veredeltes Papier als der Innenteil – etwa mit Mattlack, Prägung oder Folienkaschierung –, weil der Umschlag den ersten haptischen Eindruck prägt und am stärksten beansprucht wird.
Die Titelseite entscheidet, ob eine Broschüre überhaupt geöffnet wird. Sie muss in Sekunden vermitteln, worum es geht und wen es betrifft, ohne Inhalte des Innenteils vorwegzunehmen – ein zu vollgepacktes Cover verwässert diese Wirkung, ein zu abstraktes lässt offen, ob die Broschüre für die Leserin relevant ist.
Die Doppelseite nach dem Cover trägt danach die grösste Last der gesamten Broschüre: Sie muss Orientierung geben, die Erwartung des Covers einlösen und zum Weiterblättern motivieren. Hier zeigt sich, ob eine Broschüre ihr Thema klar fasst oder gleich zu Beginn in Details abgleitet, die besser später folgen.
Das Verhältnis von Bild zu Text ist keine feste Formel, sondern folgt dem Broschürentyp: Eine Imagebroschüre trägt ihre Aussage über grossflächige Bilder mit wenig Fliesstext, eine Themenbroschüre braucht mehr mehrspaltigen Text und Zwischentitel, eine Produktbroschüre kombiniert Anwendungsbilder mit kompakten technischen Tabellen.
Über alle Typen hinweg gilt: Weissraum ist kein leerer Rest, sondern ein aktives Mittel, das Bildern und Aussagen Wirkung gibt und verhindert, dass Doppelseiten überladen wirken. Wir legen deshalb vor der Textproduktion für jede Doppelseite eine ungefähre Zeichenzahl fest, abgestimmt auf Raster, Schriftgrösse und geplanten Bildanteil, und teilen diese Vorgabe mit dem Kunden oder dessen Textagentur, bevor Texte geschrieben werden.

Sobald eine Produktbroschüre mehrere Ausführungen oder optionales Zubehör zeigt, braucht sie eine klare visuelle Kennzeichnung, damit Grundprodukt und Optionen auseinandergehalten werden können. Bei umfangreicheren Zubehörprogrammen ist eine kompakte Übersichtstabelle am Ende oft sinnvoller als verteilte Einzelangaben über mehrere Kapitel.
Weil sich Produktdetails ändern – neue Varianten, angepasste Kennzahlen, erweitertes Zubehör –, trennen wir stabile Inhalte wie Nutzenargumentation und Bildsprache von volatilen Inhalten wie Kennzahlen oder Variantenlisten, die in klar abgegrenzten Layoutmodulen liegen. So lässt sich bei einer Aktualisierung nur der betroffene Teil neu produzieren, statt die gesamte Broschüre neu zu layouten.
Layout immer im Doppelseitenformat prüfen, nicht als isolierte Einzelseiten.
Wechsel zwischen bildstarken und textbetonten Doppelseiten bewusst planen, statt gleichförmig durchzugestalten.
Kapitel- oder Themenwechsel durch ruhigere oder grossflächigere Doppelseiten sichtbar machen.
Dichte Doppelseiten mit ruhigeren abwechseln, damit die Broschüre nicht ermüdet.
Letzte Doppelseite bewusst für Zusammenfassung, Kontakt oder nächsten Schritt reservieren, statt sie beiläufig auslaufen zu lassen.
Aus derselben Gestaltung entsteht meist auch eine PDF-Version für Vertrieb und Website, mit für den Bildschirm angepasster Farbigkeit und, wo sinnvoll, mit Verlinkungen zu Kapiteln. Beide Ausgaben werden im Preflight getrennt geprüft, da Farbmanagement und Auflösungsanforderungen für Druck und Bildschirm unterschiedlich sind.
Eine Broschüre bleibt dabei ein in sich geschlossenes, meist einmaliges Projekt. Erscheint ein ähnliches Format hingegen regelmässig mit wechselndem Inhalt – etwa ein periodisches Kundenmagazin mit Redaktionsplan über mehrere Ausgaben –, braucht es zusätzlich zur Doppelseiten-Dramaturgie eine Planung für Erscheinungsrhythmus und wiederkehrende Rubriken, die über die einzelne Broschüre hinausgeht.
Beispiel
Häufig geht es um eine Produktlinie mit mehreren Farbvarianten und optionalem Zubehör. Der Umfang wird dann so festgelegt, dass er zur Bogenaufteilung und zur gewählten Bindeform passt; die ersten Seiten tragen die Nutzenargumentation, danach folgen Anwendungsbilder und eine Variantenübersicht mit einheitlicher Farbkennzeichnung.
Technische Kennzahlen liegen in einem separat layouteten Modul, damit spätere Produktänderungen nur diese Seiten betreffen. Der Umschlag erhält meist ein stärkeres Papier mit passender Veredelung, parallel entsteht eine PDF-Version mit verlinktem Inhaltsverzeichnis.
Die Produktbroschüre fokussiert auf ein Produkt oder eine Linie mit ausführlicher Nutzenargumentation, der Katalog bildet ein ganzes Sortiment zum Nachschlagen und Vergleichen ab.
Anhand des ungefähren Inhalts und der gewünschten Bindeform. Da in Bogen gedruckt wird, planen wir den Umfang zusammen mit der Druckerei so, dass keine Leerseiten oder ungünstigen Umbrüche entstehen.
Eine feste Grenze gibt es nicht. Ausschlaggebend sind Papier, Grammatur, Format, Umfang, Rückenstärke und Bindeverfahren: Sobald der Rücken für eine Heftklammer zu dick wird oder die Broschüre nicht mehr sauber aufschlägt, ergeben Klebe- oder Fadenheftung einen stabileren, geraden Rücken. Wir klären das im Einzelfall mit der Druckerei.
So viele, wie sich noch übersichtlich vergleichen lassen. Bei sehr grosser Variantentiefe empfiehlt sich eine Auswahl mit Verweis auf weiterführende Unterlagen oder den Katalog.
Ja, aus derselben Gestaltung, jedoch mit angepasster Farbdarstellung für den Bildschirm und optional mit Verlinkungen und Kapitelnavigation.
Nächster Schritt
Wir besprechen Ausgangslage, Ziele und Produktionsweg – und entwickeln daraus ein klares Vorgehen. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.