Marken & Design

Rebranding und Markenauffrischung ohne Bruch

Rebranding heisst, eine bestehende Marke gezielt zu verändern, ohne ihre Wiedererkennbarkeit leichtfertig zu verspielen. Ausgangspunkt ist eine ehrliche Analyse bestehender Markencodes: Was trägt noch, was wirkt veraltet, was widerspricht dem, was das Unternehmen heute ist. Darauf folgt ein Plan, wie und in welcher Reihenfolge Print, Digital und Raum umgestellt werden.

Nicht jede Marke braucht einen Neuanfang – manche brauchen nur eine ehrliche Bestandsaufnahme.

Analyse bestehender Markencodes

Jedes Element wird einzeln geprüft, statt pauschal zu entscheiden, ob alles neu wird oder nur Details.

Wiedererkennungswert

Welche Elemente – Farbe, Form, Wortmarke – sind im Markt so verankert, dass ein Verlust Kunden verunsichern würde.

Schwachstellen

Welche Anwendungen wirken veraltet, inkonsistent oder technisch limitiert, etwa bei digitaler Nutzung oder kleinen Formaten.

Materialbestand

Wie viel Material ist im Umlauf – Verpackung, Beschriftung, Fahrzeuge, Drucksachen – und wie aufwändig ist dessen Austausch.

Interne Bindung

Wie stark identifizieren sich Mitarbeitende mit bestehenden Markenelementen.

Was bleibt, was ändert sich

Substanz erhalten

  • Elemente mit hohem Wiedererkennungswert im Markt
  • Formen, Farben oder Namen, die Vertrauen tragen
  • Änderung würde Kunden aktiv verunsichern

Substanz verändern

  • Elemente, die technisch limitiert oder veraltet wirken
  • Aspekte, die dem heutigen Geschäftsmodell widersprechen
  • Bereiche mit geringem eigenständigem Wiedererkennungswert

Übergang über Print, Digital und Raum

Ein Rebranding wird selten an einem Tag wirksam, und es muss es auch nicht. Website, Social Media und Inserate lassen sich meist schnell umstellen, weil sie kurzlebig sind und zentral verwaltet werden. Fahrzeugbeschriftung, Ladenbau oder Verpackung mit bestehenden Lagerbeständen folgen später, oft erst mit dem nächsten regulären Austausch.

In der Übergangsphase bestehen alte und neue Elemente kontrolliert nebeneinander. Damit das nicht widersprüchlich wirkt, legen wir vorab fest, welche Kombinationen zulässig sind – etwa neues Logo auf altem Fahrzeuglack, aber nicht altes Logo auf neuer Website.

Reihenfolge der Umstellung festlegen

Die Priorisierung richtet sich nach drei Kriterien: Sichtbarkeit für die Zielgruppe, Kosten des Austauschs und technische Machbarkeit innerhalb bestehender Zyklen. Ein Ladenschild wird anders eingeplant als ein Datenblatt, das ohnehin quartalsweise aktualisiert wird.

Diese Reihenfolge verhindert, dass ein Rebranding an den Kosten für sofortigen Komplettaustausch scheitert. Sie schafft stattdessen einen geplanten, nachvollziehbaren Übergang.

Alte und neue Logofassungen nebeneinander zum Abgleich

Restbestände und Lagerware

Unterschätzte Materialmengen sind der häufigste Grund für teure Doppelkosten bei einem Rebranding.

Verpackung

Bestehende Bestände werden nach Möglichkeit aufgebraucht, bevor neu produziert wird; bei grossen Mengen prüfen wir eine Übergangslösung wie einen Aufkleber mit neuem Logo.

Drucksachen

Briefpapier, Formulare und Broschüren mit altem Auftritt werden priorisiert dort ersetzt, wo sie Kunden direkt erreichen.

Aussenwerbung und Beschriftung

Vertragslaufzeiten und Produktionskosten bestimmen, ob eine sofortige oder gestaffelte Erneuerung sinnvoller ist.

Werbemittel und Give-aways

Für kleine Mengen lohnt sich oft, sie einfach auslaufen zu lassen, statt sie vorzeitig zu entsorgen.

Die Veränderung kommunizieren

Mitarbeitende, die eine Markenveränderung zuerst aus einer Pressemitteilung erfahren, tragen sie selten mit. Die interne Kommunikation sollte der externen deshalb vorausgehen: eine Begründung, die den Anlass und den Nutzen erklärt, sowie konkrete Hinweise, was sich im Arbeitsalltag ändert.

Extern hängt der Kommunikationsaufwand vom Grad der Veränderung ab. Eine Auffrischung braucht oft keine grosse Ankündigung, sie wird einfach sichtbar. Eine grundlegende Erneuerung mit neuem Namen oder Logo verlangt hingegen eine aktive Erklärung, damit bestehende Kunden die neue Marke der bekannten Leistung zuordnen können.

Ablauf eines Rebrandings

01

Bestandsaufnahme

Aktuelle Materialien, Wahrnehmung und Schwachstellen werden erfasst.

02

Zielbild

Es wird festgelegt, welche Substanz erhalten bleibt und welche Elemente verändert werden.

03

Konzept

Neue oder überarbeitete Markenelemente werden entwickelt und an bestehenden Anwendungen getestet.

04

Umstellungsplan

Reihenfolge und Zeitpunkt der Umstellung einzelner Materialien werden priorisiert festgelegt.

05

Interne Kommunikation

Mitarbeitende werden vor der externen Einführung informiert und eingebunden.

06

Einführung

Externe Kommunikation und Umsetzung gemäss Plan, mit Kontrolle der Übergangsphase.

Beispiel

Typische Aufgabenstellung

Eine häufige Ausgangslage: Das Logo ist bekannt, wirkt aber veraltet, und der Auftritt soll moderner werden, ohne bestehende Kunden zu verunsichern. Dann bleibt die Grundform des Logos erhalten, während Typografie und Farbwerte überarbeitet werden.

In der Praxis werden Mitarbeitende vor dem externen Auftritt informiert und digitale Kontaktpunkte zuerst umgestellt. Aufwendige physische Anwendungen wie Fahrzeuge oder Beschriftungen folgen meist im Rahmen des regulären Austauschs, verteilt über einen längeren Zeitraum.

Fragen zu Rebranding

Was ist der Unterschied zwischen Auffrischung und grundlegender Erneuerung?

Eine Auffrischung passt Details bei bestehendem Logo und bestehender Positionierung an. Eine grundlegende Erneuerung verändert Kernelemente wie Logo, Name oder Positionierung.

Muss alles Material sofort ausgetauscht werden?

Nein. Ein Umstellungsplan priorisiert sichtbare, kurzlebige Materialien und plant den Austausch langlebiger Materialien in den regulären Zyklus ein.

Was passiert mit vorhandener Lagerware?

Wir prüfen von Fall zu Fall, ob sie aufgebraucht, mit einer Übergangslösung ergänzt oder vorzeitig ersetzt wird – abhängig von Menge, Sichtbarkeit und Kosten.

Wie vermeiden wir, dass alte und neue Elemente wirr nebeneinander stehen?

Über eine Analyse, welche Elemente Wiedererkennung tragen, und klare Regeln, welche Kombinationen während der Übergangsphase zulässig sind.

Wie lange dauert ein vollständiges Rebranding?

Von wenigen Monaten bei einer Auffrischung bis über ein Jahr bei vollständigem Materialaustausch, abhängig vom Umfang.

Nächster Schritt

Ein Projekt gestalterisch weiterbringen?

Wir besprechen Ausgangslage, Ziele und Produktionsweg – und entwickeln daraus ein klares Vorgehen. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.