Auffrischung
- Bestehende Wiedererkennungsmerkmale bleiben erhalten
- Sinnvoll bei stabiler Positionierung und gewachsenem Markenwert
- Geringeres Risiko, Kundinnen und Kunden zu verlieren
- Meist geringerer Einführungsaufwand
Marke & Gestaltung
Ein Rebranding lohnt sich für wachsende Unternehmen, wenn das bestehende Erscheinungsbild nicht mehr zur Grösse, zur Zielgruppe oder zum Geschäftsmodell passt – etwa nach einer Fusion, einer strategischen Neuausrichtung oder wenn der ursprüngliche Auftritt sichtbar veraltet wirkt. Wichtig ist die Entscheidung zwischen einer Auffrischung, die Wiedererkennbarkeit bewahrt, und einem Neuanfang, der bewusst einen Bruch setzt. Der eigentliche Aufwand liegt selten in der Gestaltung selbst, sondern in der geordneten Einführung über Digital, Print, Verpackung, Beschriftung und Vertrieb hinweg.
Wachsende Unternehmen verändern sich oft schneller als ihr Erscheinungsbild mithält. Ein ursprünglich lokal gedachter Auftritt passt nicht mehr, wenn das Unternehmen national oder international tätig wird. Eine Fusion oder Übernahme bringt zwei Markenwelten zusammen, die aufeinander abgestimmt werden müssen. Neue Zielgruppen – etwa der Schritt vom Konsumenten- ins Geschäftskundengeschäft oder umgekehrt – stellen andere Anforderungen an Ton und Bildsprache.
Daneben gibt es den einfacheren Fall: Ein Erscheinungsbild wirkt schlicht veraltet, obwohl sich am Unternehmen selbst wenig geändert hat. Auch das ist ein legitimer Anlass, sollte aber nicht mit einem tieferliegenden strategischen Problem verwechselt werden.
Diese Entscheidung sollte bewusst und früh getroffen werden, da sie Umfang, Kosten und Kommunikation des gesamten Projekts prägt.
Bevor neue Gestaltung entsteht, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Elemente des bisherigen Auftritts geniessen tatsächlich Wiedererkennung, und welche sind bloss gewohnt? Diese beiden Dinge werden häufig verwechselt. Ein Farbton oder eine Wortmarke kann über Jahre gewachsenen Wert besitzen, den man bei einem Neuanfang unnötig verschenkt.
Ebenso gehört dazu eine Übersicht aller bestehenden Anwendungen – von der Website über Verpackungen bis zu Fahrzeugbeschriftungen –, um den tatsächlichen Umfang der späteren Umstellung realistisch einschätzen zu können.
Eine sinnvolle Reihenfolge reduziert Reibung und vermeidet, dass die Marke uneinheitlich in Erscheinung tritt.
Website, Social-Media-Auftritte und digitale Vorlagen lassen sich vergleichsweise schnell und zentral umstellen.
Visitenkarten, Briefpapier und Broschüren folgen, sobald das neue System stabil steht.
Verpackungsumstellungen sind oft an Produktionszyklen und Lagerbestände gebunden und benötigen entsprechend Vorlauf.
Fahrzeuge, Gebäude und Schilder werden meist zuletzt umgestellt, da sie am aufwendigsten und teuersten in der Erneuerung sind.
Verkaufsunterlagen, Präsentationen und Schulungsmaterial sollten so terminiert werden, dass Vertriebsteams nie mit veralteten Unterlagen arbeiten müssen.
Beispiel
Bei einem Rebranding nach einer Fusion mit mehreren Standorten werden digitale Kanäle üblicherweise am Stichtag umgestellt, Geschäftsdrucksachen folgen kurz danach. Verpackungen mit bestehendem Lagerbestand werden erst nach dessen Abverkauf umgestellt, um keine Ware zu vernichten. Die Beschriftung der Standorte wird gestaffelt erneuert, priorisiert nach Kundenfrequenz.
Ein Rebranding wirkt nicht nur nach aussen. Mitarbeitende, die täglich mit Logo, Farben und Vorlagen arbeiten, sollten frühzeitig informiert und nicht erst am Launchtag überrascht werden. Das gilt besonders für den Vertrieb, der Kundinnen und Kunden möglicherweise vorab erklären muss, warum sich der Auftritt ändert, ohne dass sich am Angebot etwas ändert.
Fehlt diese interne Vorbereitung, entstehen unnötige Rückfragen und im schlimmsten Fall der Eindruck, das Unternehmen selbst sei intern nicht abgestimmt.
Der gestalterische Kern eines Rebrandings – Logo, Farbsystem, Typografie – lässt sich oft in überschaubarer Zeit entwickeln. Der eigentliche Aufwand entsteht bei der Einführung, insbesondere wenn viele physische Anwendungen wie Verpackung, Beschriftung oder Fahrzeugflotten betroffen sind. Diese Kosten werden in der Planung häufig unterschätzt, weil sie ausserhalb der eigentlichen Gestaltungsphase anfallen.
Wie lange eine vollständige Umstellung dauert und was sie kostet, hängt stark von Unternehmensgrösse, Anzahl Standorten und Vertragslaufzeiten bestehender Materialien ab und lässt sich nicht pauschal beziffern.
Nein. Manchmal reicht die Anpassung von Farbwelt, Typografie oder Bildsprache, während das Logo als Wiedererkennungsanker bestehen bleibt.
Meist wird bestehender Lagerbestand aufgebraucht, bevor neues Material bestellt wird, um Kosten und Abfall zu vermeiden.
Für digitale Kanäle ist ein Stichtag oft sinnvoll, für physische Anwendungen ist eine gestaffelte Umstellung meist realistischer.
Deutlich vor dem öffentlichen Launch, insbesondere Vertrieb und Kundenkontakt, damit sie Rückfragen souverän beantworten können.
Den Einführungsaufwand zu unterschätzen und Gestaltung fertigzustellen, ohne die Umsetzung über alle Kontaktpunkte hinweg geplant zu haben.
Nächster Schritt
Wir besprechen Ausgangslage, Ziele und Produktionsweg – und entwickeln daraus ein klares Vorgehen. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.