Events & Messe

Messemarketing als Kampagne vor, während und nach der Messe

Messemarketing ist die Planung der Messe als Kampagne über drei Phasen: vor, während und nach dem Event. Vitali & Co. verbindet Zielsetzung, Kanalfolge und Budgetlogik zu einem zusammenhängenden Ablauf, damit Einladung, Standauftritt und Nachbearbeitung dieselbe Geschichte erzählen und der Vertrieb Kontakte mit Kontext übergeben bekommt statt einer losen Visitenkartensammlung.

Diese Seite gehört zur Leistung Messekommunikation.

Eine Messe ist kein Ereignis mit einem Datum. Sie ist eine Kampagne mit einem Höhepunkt.

Warum Messebudgets oft in Einzelmassnahmen zerfallen

Typisch ist folgendes Muster: Die Einladung entsteht kurzfristig aus einer Vorlage, die Standgrafik wird separat beauftragt, und der Nachbearbeitung-Prozess beginnt erst, wenn die Visitenkarten bereits auf dem Tisch liegen. Jede Massnahme funktioniert für sich, aber es gibt keine gemeinsame Linie – Besuchende erkennen kaum einen Zusammenhang zwischen der Einladung, die sie erhalten haben, und dem, was sie am Stand vorfinden.

Messemarketing als Disziplin bedeutet, diese drei Phasen von Anfang an gemeinsam zu planen: Wer soll eingeladen werden und mit welchem Anlass, was soll am Stand im Zentrum stehen, und wie wird ein Gespräch nach der Messe fortgesetzt. Diese Reihenfolge legt fest, was in welcher Phase überhaupt sinnvoll kommuniziert werden kann.

Ein Grund für diese Zersplitterung liegt in der Organisation: Häufig sind unterschiedliche Personen oder sogar Abteilungen für Einladung, Standauftritt und Nachbearbeitung zuständig, ohne einen gemeinsamen Planungsrahmen. Die Folge ist nicht schlechte Arbeit im Einzelnen, sondern ein fehlender roter Faden über den gesamten Zyklus.

Die drei Phasen und ihre Aufgabe

Vor der Messe

Aufmerksamkeit erzeugen und Termine sichern. Zielgruppen werden identifiziert und mit einem konkreten Anlass zum Standbesuch oder Gesprächstermin eingeladen.

Während der Messe

Botschaft und Angebot am Stand vermitteln, Gespräche führen und relevante Informationen zu jedem Kontakt festhalten.

Nach der Messe

Kontakte priorisieren, zeitnah und differenziert nachfassen und den Übergang zum Vertrieb sauber gestalten.

Zielsetzung vor Kanalwahl

Bevor über Einladungsformat, Standgrösse oder Nachbearbeitung-Rhythmus entschieden wird, braucht es eine geklärte Zielsetzung: Geht es um Neukundengewinnung, Bestandskundenpflege, Produkteinführung, Markenpräsenz oder Rekrutierung. Jedes Ziel verändert die Prioritäten – eine Produkteinführung braucht mehr Fläche für Erklärung, eine Bestandskundenpflege mehr persönliche Terminvereinbarung im Vorfeld.

Aus der Zielsetzung leitet sich auch ab, wie viele Ressourcen in welche Phase fliessen sollten. Wird vor der Messe zu wenig investiert, verpufft ein Teil des Standaufwands an zufälligem Laufpublikum. Wird nach der Messe zu wenig investiert, verliert sich ein grosser Teil der geführten Gespräche ohne Wirkung.

Kanalfolge über den Messezyklus

Eine mögliche Abfolge, die je nach Zielgruppe und Budget angepasst wird.

01

Vorankündigung

Frühe, knappe Information an relevante Kontakte, meist sechs bis acht Wochen vor der Messe.

02

Persönliche Einladung

Gezielte Einladung mit Terminangebot an priorisierte Kontakte, verbunden mit Standkommunikation.

03

Erinnerung

Kurze Erinnerung kurz vor der Messe an bereits eingeladene, aber noch unbestätigte Kontakte.

04

Standauftritt

Botschaft, Grafik und Gesprächsunterlagen greifen die Linie der Einladung auf.

05

Nachbearbeitung

Differenzierte Nachkommunikation je nach Gesprächsqualität, mit klarer Übergabe an den Vertrieb.

Budgetlogik: verteilt statt konzentriert

Ein häufiger Fehler ist, das gesamte Budget in Standbau und Standgrafik zu investieren.

Häufige Praxis

  • Grösster Teil des Budgets in Standbau
  • Einladung als Restposten
  • Nachbearbeitung ohne eigenes Budget
  • Ein Standardtext für alle Kontakte

Sinnvollere Verteilung

  • Budget über alle drei Phasen verteilt
  • Einladung mit eigenem Konzept
  • Material für die Nachbearbeitung vorab produziert
  • Varianten nach Kontaktpriorität

Zusammenspiel mit dem Vertrieb

Eine Messe erzeugt in kurzer Zeit viele Kontakte unterschiedlicher Qualität. Ohne klare Absprache mit dem Vertrieb entscheidet oft der Zufall, welche Kontakte zeitnah bearbeitet werden und welche im Nachgang versanden. Wir empfehlen deshalb, Priorisierungskriterien und Übergabeformate bereits vor der Messe mit dem Vertrieb zu definieren, nicht erst danach.

Das betrifft auch die inhaltliche Seite: Wenn der Vertrieb im Gespräch bestimmte Argumente oder Unterlagen nutzt, sollten diese aus derselben Kampagnenlinie stammen wie Einladung und Standkommunikation. So verbinden sich die Instrumente, mit denen Marketing und Vertrieb arbeiten, statt sich zu widersprechen.

Wie sich Ziele auf die Kampagnenplanung auswirken

Vier typische Zielsetzungen und ihre wichtigsten Konsequenzen für die Planung.

Neukundengewinnung

Breitere Ansprache im Vorfeld, stärkere Fernwirkung am Stand, ausführlicheres Nachbearbeitung, weil Beziehung erst aufgebaut werden muss.

Bestandskundenpflege

Kleinerer, gezielter Einladungsverteiler mit persönlichem Anlass, weniger Erklärungsbedarf am Stand, schnelleres Nachbearbeitung mit direktem Bezug zur bestehenden Zusammenarbeit.

Produkteinführung

Klarer Schwerpunkt auf Erklärung und Differenzierung am Stand, Einladung mit Vorabinformation zur Neuheit, Nachbearbeitung mit vertiefenden Unterlagen.

Markenpräsenz

Weniger Fokus auf einzelne Termine, dafür konsistente Bildsprache über alle Phasen und ein Nachbearbeitung, das eher Beziehung als unmittelbaren Abschluss verfolgt.

Beispiel

So könnte eine Budgetteilung aussehen

Ein Unternehmen plant den Auftritt an einer regionalen Fachmesse mit begrenztem Budget. Statt das gesamte Budget in eine grosse Standfläche zu investieren, wird ein Teil für eine persönliche Einladung an dreissig priorisierte Bestandskunden reserviert, mit Terminvorschlag für das Standgespräch.

Am Stand selbst greift die Grafik dieselbe Bildidee wie die Einladung auf. Nach der Messe erhalten die Personen mit vereinbartem Termin eine andere Nachricht als jene, die spontan am Stand vorbeikamen.

Fragen zum Messemarketing

Ab wann sollten wir mit der Planung beginnen?

Für eine mittelgrosse Messe empfiehlt sich ein Start zehn bis zwölf Wochen vorher, damit Einladung, Standkommunikation und vorbereitetes Material für die Nachbearbeitung rechtzeitig entstehen können.

Reicht ein guter Stand nicht aus?

Ein guter Stand zieht Laufpublikum an, erreicht aber gezielt gewünschte Kontakte kaum von selbst. Ohne Einladung im Vorfeld verlässt sich der Erfolg stark auf Zufall und Standlage.

Wie gross sollte das Budget für Nachbearbeitung sein?

Es gibt keinen pauschalen Anteil, aber Nachbearbeitung wird in der Praxis häufig unterbudgetiert. Sinnvoll ist, bereits vor der Messe Vorlagen und Varianten vorzubereiten, damit die Nachbearbeitung nicht am fehlenden Material scheitert.

Übernimmt Vitali & Co. auch den Messebau?

Nein, wir gestalten die Kommunikation über den gesamten Messezyklus und koordinieren die Datenübergabe an Messebau-Partner, der Standbau selbst liegt bei spezialisierten Anbietern.

Wie hängt Messemarketing mit Vertriebskommunikation zusammen?

Messemarketing plant den gesamten Zyklus, Vertriebskommunikation liefert die konkreten Argumentations- und Gesprächsunterlagen, mit denen der Vertrieb während und nach der Messe arbeitet.

Wie viele Messen sollten in einer Jahresplanung gemeinsam betrachtet werden?

Sinnvoll ist, alle Messen eines Jahres in einem gemeinsamen Kommunikationsplan zu erfassen, damit Bildwelt, Botschaft und Budget nicht bei jeder Messe neu erfunden werden, sondern konsistent aufeinander aufbauen.

Was, wenn kurzfristig eine Messeteilnahme entschieden wird?

Auch bei kurzer Vorlaufzeit lohnt sich eine minimale Phaseneinteilung: eine knappe, aber gezielte Vorabinformation, eine klare Standbotschaft und ein vorbereitetes, wenn auch einfaches Nachbearbeitung-Grundgerüst statt völliger Improvisation.

Nächster Schritt

Ein Projekt gestalterisch weiterbringen?

Wir besprechen Ausgangslage, Ziele und Produktionsweg – und entwickeln daraus ein klares Vorgehen. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.