Motivrepertoire
Die Gesamtheit der Bildthemen und -situationen, die zur Marke passen – etwa bestimmte Umgebungen, Handlungen oder Objektarten.
KI in der Gestaltung
KI-generierte Bildwelten wirken nur dann markenkonform, wenn vorher klar definiert ist, was die Marke bildlich ausmacht. Farbwelt, Licht, Perspektive, Bildausschnitt, Stimmung und Motivrepertoire müssen als Regelwerk vorliegen, bevor generiert wird – sonst entstehen zufällig wirkende Einzelbilder statt einer konsistenten Serie. Referenzmaterial, ein iterativer Auswahlprozess und eine Prüfliste vor der Freigabe sind dabei ebenso wichtig wie die Dokumentation der entwickelten Bildsprache für künftige Anwendungen.
Bevor ein einziges Bild generiert wird, braucht es ein Regelwerk: Welche Farbwelt trägt die Marke, wie fällt das Licht, aus welcher Perspektive werden Motive typischerweise gezeigt, welcher Bildausschnitt ist üblich, welche Stimmung soll transportiert werden, und welches Motivrepertoire gehört überhaupt zur Marke? Ohne diese Vorgaben produziert KI zwar ästhetisch ansprechende, aber beliebige Bilder, die sich nicht zu einer erkennbaren Serie fügen.
Diese Regeln entstehen meist nicht neu, sondern aus der bestehenden Bildsprache einer Marke. Wo eine solche Bildsprache noch nicht klar formuliert ist, muss sie zuerst aus vorhandenem Material – Kampagnen, Kernkommunikation, Erscheinungsbild – abgeleitet und schriftlich festgehalten werden.
KI-Werkzeuge arbeiten deutlich zuverlässiger, wenn sie mit konkretem Referenzmaterial gefüttert werden: bestehende Kampagnenbilder, Moodboards, Farbpaletten, reale Produktaufnahmen. Je präziser die Referenz, desto eher bleibt das Ergebnis im Rahmen der Markenwelt.
Die erste Generation von Bildern ist selten die finale. Ein iterativer Prozess – generieren, sichten, verfeinern, erneut generieren – führt zu belastbareren Resultaten als der Versuch, ein perfektes Bild auf Anhieb zu erzeugen. Wichtig ist, dass die Auswahlkriterien dabei klar sind: Passen Farbwelt und Licht zur Marke? Stimmt die Perspektive mit dem Bildkonzept überein? Wirkt die Stimmung glaubwürdig für die Zielgruppe? Ist das Motiv überhaupt Teil des vereinbarten Repertoires?
Ohne solche Kriterien wird die Auswahl zur Geschmacksfrage einzelner Personen im Team. Mit klaren Kriterien lässt sich die Auswahl nachvollziehbar begründen – auch gegenüber Auftraggebenden, die nicht bei jedem Zwischenschritt dabei waren.
Die Gesamtheit der Bildthemen und -situationen, die zur Marke passen – etwa bestimmte Umgebungen, Handlungen oder Objektarten.
Der Grad, in dem mehrere Bilder einer Kampagne oder eines Auftritts als zusammengehörig wahrgenommen werden.
Das Zusammenführen mehrerer Bildelemente – etwa KI-generierter Hintergrund und real fotografiertes Produkt – zu einem einheitlichen Bild.
Die schriftliche und visuelle Festhaltung der geltenden Bildregeln, damit künftige Bilder ohne erneute Grundsatzdiskussion produziert werden können.
Eine einzelne gelungene Aufnahme ist etwas anderes als eine konsistente Serie. Sobald mehrere Bilder nebeneinander erscheinen – in einer Broschüre, auf einer Website, über mehrere Kampagnenwellen hinweg – fallen Abweichungen in Farbton, Lichtstimmung oder Bildaufbau sofort auf. KI-generierte Bilder neigen dazu, von Generation zu Generation leicht zu variieren, auch bei identischer Anweisung.
Deshalb braucht es einen Abgleichsschritt: Bilder werden nicht isoliert beurteilt, sondern nebeneinander betrachtet und auf Konsistenz geprüft. Wo nötig, werden Farbkorrekturen oder Anpassungen im Composing vorgenommen, um die Serie zu vereinheitlichen. Composing und Retusche sind hier keine nachträgliche Notlösung, sondern fester Bestandteil des Prozesses, mit dem einzelne generierte Elemente zu einem stimmigen Gesamtbild und einer stimmigen Serie zusammengeführt werden.
Vor der finalen Freigabe eines KI-generierten Bildes lohnt sich ein systematischer Check.
Entsprechen Farbwelt, Licht und Perspektive den definierten Vorgaben?
Sind Hände, Text, Muster und andere heikle Elemente korrekt oder wurden sie nachbearbeitet?
Falls ein reales Produkt vorkommt: Stimmt die Darstellung exakt mit der Realität überein?
Wirkt die Darstellung von Personen respektvoll und passend zur Zielgruppe, ohne stereotype oder irreführende Aussagen?
Passt das Bild zu den übrigen Motiven der Serie in Stimmung und Aufbau?
Sind Nutzungsrechte und allfällige Freigaben mit dem Kunden geklärt?
Eine entwickelte Bildsprache lohnt sich nur, wenn sie dokumentiert wird – als Referenzsammlung mit Beispielbildern, kurzen Beschreibungen der Regeln und Hinweisen zu typischen Fehlern. So lässt sich die Bildwelt auch von anderen Teammitgliedern oder bei künftigen Kampagnen konsistent weiterführen, ohne dass jedes Mal neu verhandelt werden muss, was zur Marke passt.
Besondere Sorgfalt verlangt der Umgang mit Personen und Produkten in generierten Bildern. Bei Personen stellt sich die Frage, wie realistisch oder erkennbar eine Darstellung sein darf und soll – Fragen zu Persönlichkeitsrechten und Einwilligung werden im Einzelfall mit dem Kunden geklärt. Bei Produkten steht die Produktwahrheit im Vordergrund: Reale Produkte werden in der Regel klassisch fotografiert und in generierte Umgebungen eingebettet, statt vollständig generiert zu werden.
Beispiel
Für eine Marke im Bereich Wohnaccessoires liesse sich ein Regelwerk so anlegen: warmes, seitliches Licht, neutrale Hintergründe, Aufnahmen leicht von oben. Auf dieser Basis entstehen KI-generierte Umgebungsbilder, in die real fotografierte Produkte per Composing eingesetzt werden. Vor der Freigabe wird jedes Bild gegen die Prüfliste abgeglichen und mit den übrigen Serienbildern verglichen.
Ein Moodboard ist ein guter Ausgangspunkt, ersetzt aber kein ausformuliertes Regelwerk zu Farbe, Licht, Perspektive und Motivrepertoire.
Das hängt vom Motiv und den Anforderungen ab. Ein iterativer Prozess mit mehreren Durchgängen ist normal und liefert meist bessere Ergebnisse als ein einzelner Versuch.
Meist durch Composing: Das reale, fotografierte Produkt wird in eine generierte oder gestaltete Umgebung eingebettet, statt das Produkt selbst generieren zu lassen.
Sie werden im Composing farblich und stilistisch angeglichen, oder es wird mit angepassten Referenzen neu generiert, bis die Serie konsistent wirkt.
Solche Fragen werden im Einzelfall gemeinsam mit dem Kunden geklärt, bevor Bilder veröffentlicht werden.
Nächster Schritt
Wir besprechen Ausgangslage, Ziele und Produktionsweg – und entwickeln daraus ein klares Vorgehen. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.